Energieeffizienz-Benchmarking (RAS vs. Teich vs. Käfig)
Die Energieintensität, typischerweise ausgedrückt als Kilowattstunden pro Kilogramm produziertem Fisch oder Garnelen, variiert drastisch zwischen den Produktionssystemen. RAS sind pro Produktionseinheit im Allgemeinen am energieintensivsten, da Pumpen, Belüftung und Wasseraufbereitung unabhängig von der Biomasse rund um die Uhr laufen. Extensive Teichsysteme, die primär auf natürlichem Wasseraustausch und photosynthetischer Sauerstoffanreicherung basieren, weisen einen weitaus geringeren direkten Energieeinsatz pro Kilogramm auf. Die Käfighaltung in gut durchströmten offenen Gewässern liegt meist dazwischen, abhängig vom Bedarf an mechanischer Fütterung, Überwachung und dem Einsatz von Versorgungsschiffen. Dieser Unterschied bedeutet, dass die oft zitierten Umweltvorteile von RAS (Wassereinsparung, Abwasserkontrolle, Flächeneffizienz, Krankheitskontrolle) mit einem realen Energie-Fußabdruck einhergehen, der bei einem umfassenden Umweltvergleich berücksichtigt werden muss. Die Benchmarking-Methodik muss Systemgrenzen präzise definieren, um vergleichbare Zahlen zu liefern; andernfalls werden die tatsächlichen Energie-Fußabdrücke verzerrt (z. B. wenn bei RAS die graue Energie der Anlagentechnik oder bei Teichen die Pumpenergie für den Wasseraustausch ignoriert wird). Auch die CO2-Intensität des regionalen Stromnetzes ist für den Klimavergleich entscheidend: Eine RAS-Anlage in einer Region mit kohlenstoffarmem Stromnetz kann trotz identischem Stromverbrauch in kWh einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als eine Anlage in einer Region mit kohlenstoffintensivem Stromnetz. Energieintensität und CO2-Fußabdruck sind daher verwandte, aber unterschiedliche Kennzahlen, die beim Benchmarking nicht vermischt werden sollten.